Wortschätzchen

Verdammt und zugeschnäuzt

By 17. März 2018 No Comments

Nach 2 Wochen im Bett ist es an der Zeit, zwischendurch einmal Bilanz zu ziehen. Meine Hoffnung, dass ich vom Husten einen Waschbrettbauch bekomme, ist leider nicht aufgegangen. Es blieb beim Schmerz in der Rippengegend. Meiner Meinung nach war das viele Husten zwar extrem anstrengend, aber es hat sich leider doch nicht optisch niedergeschlagen – zumindest nicht in der Bauchmuskulatur.

Hatte ich vor einigen Jahren leichte Probleme mit der „neuen“ Form der Komplimente, die plötzlich immer mit dem Zusatz „Für dein/Ihr Alter ….“ kamen (… schaust doch super aus, hast doch super Werte, bis doch wirklich fit oder noch schlimmer: hast dich gut gehalten) , so würde ich mich heute darüber freuen. Wäre eine willkommene Abwechslung zu „Oh mein Gott, du schaust ja immer noch total krank aus.“ Dabei habe ich dank des großzügigen Einsatzes von Heilsalbe jegliche stark gereizte Stelle im Gesicht vermieden. Das gute alte Bepanthen-Naserl macht schon Sinn. Zumindest für ca. 20 Sekunden. Der Rhythmus lautet: Niesen, schnäuzen, Naserl einreiben, 15-20 Sekunden genießen, niesen, schnäuzen, Naserl einreiben ….

Zumindest ist man beschäftigt in den Pausen zwischen trinken, trinken, trinken und schlafen, schlafen, schlafen. So weit, so schlecht. Richtig mies wird es erst, wenn das Seelchen schon raushüpfen will und der Körper noch nicht mal zum Nachhinken bereit ist. Also in meinem Fall JETZT! Entgegen aller Ratschläge trainiere ich seit gestern für den Postkastl-Marathon. Das ist die Strecke zwischen meiner Wohnung und meiner Zeitung, die ich heute in einer phantastischen Zeit von ca. 9 Minuten zurückgelegt habe. Die Erholungsphase dauerte allerdings ca. 1 ½ Stunden. Sobald die einigermaßen-normal-Atmung wieder eingesetzt hatte, habe ich beschlossen, mein schreckliches Schicksal mit meinen Lesern zu teilen. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Mal sehen, ob’s hilft.

Und da ja alles im Leben ein Für und ein Wider hat, kommen wir jetzt noch zu den positiven Seiten meiner langfristigen Kasernierung:
1) Die Riesenpackung Taschentücher, von der ich annahm, ich würde sie in 3 Jahren nicht aufbrauchen können, neigt sich endlich dem Ende zu – Platz für Neues.
2) Endlich habe ich alle, die ich seit Monaten wieder mal anrufen oder anschreiben will, wieder mal kontaktiert.
3) Alle heilenden Suppen, die ich in großen Mengen vorgekocht und eingefroren hatte und die bisher fast nur der Unterstützung der Ergrippten in meinem Freundeskreis dienten, kamen endlich auch mal der Köchin höchstpersönlich zugute.
4) Somit kann ich demnächst, wenn ich endlich wieder gesund bin, den Gefrierschrank mal abtauen.
5) Meine große Flasche Erkältungsbad ist rechtzeitig zum Ende der Saison aufgebraucht.

Und last but not least: Ich bin voller Dankbarkeit für die Menschen, die an meiner Seite sind, mich unterstützen, mit meinem Hund rausgehen, für mich einkaufen und mich ablenken und trösten, wenn der Lagerkoller zu schlimm wird.

Vielen lieben Dank für eure Geduld, wenn mich mal wieder die Ungeduld packt, euer Mitgefühl und euren Support in allen Dingen und Lebenslagen!!! Und ich verspreche euch: Diesmal kuriere ich mich WIRKLICH aus. Denn so einen Rückfall will ich NIIIIIEEEEE wieder.

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