Wortschätzchen

Post-traumatisiert die Zweite

By 28. September 2018 One Comment

Es ist schon wieder was passiert! (sorry Herr Kollege, ich konnte nicht widerstehen 😉 )
Wieder einmal habe ich ein Päckchen erwartet und wieder einmal TROTZDEM meine Wohnung verlassen. Ja, ich weiß, es ist meine eigene Schuld, aber meine Kundentermine abzusagen und zudem meinem Hund einen Seitenausgang legen zu lassen, nur um bei Anlieferung anwesend zu sein, schien mir doch ein wenig übertrieben.
Zudem ich nach meiner letzten Odyssee ja jetzt weiß, wo ich meine Päckchen abzuholen habe. Nämlich NICHT in der ultramodernen Post, die nur 2 Autominuten entfernt ist. Dort gäbe es automatische Abholung, 24 Stunden, auch am Wochenende. Die Post wirbt gern damit. Ich finde es klasse. Gilt aber leider für uns nicht – Stadtrand ist wohl nicht mehr Stadt.
Wir fahren ins Lagerhaus. 12 – 13 Uhr geschlossen. Gut, dann kurz vor 18 Uhr nochmal schnell hin, denn morgen ist laut einem Schild am Eingang aus irgendwelchen Gründen zu. Kurz vor 18 Uhr war definitiv keine gute Idee! Eine einzige Dame an der Kasse kämpft sich alleine durch die 5 Kunden, ihre Fragen und ihre Einkäufe. Doch nein, plötzlich taucht aus den verborgenen Tiefen des Büros noch ein Mann auf. Mein Held! Er wird mir mein Päckchen aushändigen, bevor ich hier Wurzeln schlage! Er scheint meine Freude zu bemerken, was seine joviale Lässigkeit erst so richtig in Schwung bringt – leider nicht sein Tempo. Macht nix. ER hat ja Zeit – und ich bin im Abhängigkeitsverhältnis. Dass er mich duzt, verwirrt mich. Ich beschließe, es als Kompliment an mein jugendliches Aussehen zu nehmen, auch wenn in meinem Alter schon wahrscheinlicher wäre, dass ich ihn mal gekannt und schon wieder vergessen habe. Vielleicht gehört das Duzen aber auch nur zur bereits erwähnten jovialen Lässigkeit. Ich werfe einen Blick auf das Firmenlogo. Ja, es ist das Lagerhaus, ich bin NICHT bei Ikea. Das unmotivierte und vor allem ungefragte Duzen über die dafür zulässige Altersgrenze hinaus scheint Schule zu machen. Ich mag es nicht! Tapfer ignoriere ich alle Unterhaltungsversuche, unterschreibe mein Zettelchen, verabschiede mich mit einem betonten „auf Wiedersehen, ich wünsche IHNEN einen schönen Abend“ und trage meine Beute zum Auto.
Dann fahre ich in die andere Richtung, schon zum dritten Mal an diesem Tag vorbei an der schönen tollen Post – die leider für mich nicht zuständig ist. ☹

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  • Regina Leibetseder-Graßler sagt:

    Liebe Gabi!
    Selbst, wenn du in den Zuständigkeitsbereich eines städtischen Postamts fällst, kann es passieren, dass das Päckchen dann in einer anderen Filiale landet. Die wissen dann auch nix davon, vll ist es in der 24h geöffneten Postbox???? Hääääää. Davon steht nix auf dem Zettel.
    Ja aber wenn es in der Postbox ist, dann bräuchten wir einen Code. Sonst ist das nicht herauszufinden, in welcher Box das Packerl sein könnte.
    Und weil die Postler ja oft nur die Postleitzahl vom Absender hinterlassen, weiß ich auch heute, 2 Jahre später, nicht, wer mir so lieb ein Packerl geschickt hätte………
    So viel zu Post und Postbox und Zuständigkeit.

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